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Hinweis in eigener Sache: geschlechtergerechte Sprache

Im Moment werden geschlechtergerechte Formulierungen auf Blog und Website auf Schreibung mit Mediopunkt bzw. Interpunkt umgestellt. Sollten Sie Inkonsequenzen oder Fehler entdecken, weisen Sie bitte darauf hin. Danke!

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Warum setze ich den Mediopunkt/Interpunkt für die Realisierung geschlechtergerechter Sprache ein? Nach einem Hinweis von Anatol Stefanowitsch (22.03.2019) möchte ich das gern noch explizieren: Der Medio-/Interpunkt wird als Markierungszeichen z.B. in Wörterbüchern für Morphemgrenzen oder in Varianten leicht verständlicher Sprache bisweilen zur Trennung von Komposita schon benutzt. Er ist also schon jetzt nicht auf eine Funktion beschränkt, sondern dient in verschiedenen Kontexten der Segmentierung. Das kann man als ersten Nachteil sehen – muss man aber nicht. Allerdings – und das mag in einem Diskurs wie diesem besonders relevant sein – wird das Zeichen von jenen, die sich durch das generische Maskulinum oder Paarformeln nicht adressiert, sondern ausgeschlossen sehen, nicht vorgeschlagen. Hier werden Asterisk * oder Gap _ zur Markierung einer Lücke bevorzugt. Mit der Verwendung des Mediopunktes/Interpunktes öffnet sich noch eine weitere Option, die ich gern zur Diskussion stellen möchte. Dafür sprechen folgende Punkte: (1) Er ist bereits ein etabliertes Zeichen zur Markierung und Segmentierung, das je nach Kontext auf Grenzen bzw. Lücken hinweist und damit immer auch einen Zwischenraum öffnet (wie * und _). Wir wissen (2) aus der Forschung zur barrierefreien Kommunikation, dass Medio-/Interpunkte zwar markieren, aber im Zusammenspiel mit Schriftarten mit bzw. ohne Serifen den ästhetischen, visuellen (!) Eindruck eines Textes nicht verändern – und Äußerungen wie diese, dass durch * und/oder _ eine wie auch immer geartete ‚Ästhetik gestört werde‘ (wie die Behauptung, dass ‚Wortkörper zerstört würden‘), sind in der öffentlichen Sprachkritik nicht eben selten. (3) Und diesen stets wiederholten Äußerungen kann man die Grundlage entziehen, wenn das Ziel ein anderes ist.

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