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Lasch: Kleine Textformen

Kleine Textformen
Seminar im 4. und 5. Studienjahr/EuroS
Prof. Dr. Alexander Lasch

Donnerstag, 3. DS / https://matrix.tu-dresden.de/#/room/#gls-kleinetextformen:tu-dresden.de

Anmeldung über OPAL. Hinweise zu den Einschreibefristen finden Sie unter „Aktuelles“ auf der Homepage der Professur oder direkt unter http://bit.ly/GLS_Anmeldung.

Kommentar:

Auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Linguistik 2019 in Halle sprach der Medienlinguist Ulrich Schmitz über eine ‚kurze Theorie sehr kurzer Texte‘. Die Gesetzmäßigkeiten, die er postulierte, seien: (1) Je eindeutiger der Kontext, desto kürzer die Texte. (2) Je kürzer der Text, desto wichtiger seine typographische Gestaltung und/oder funktionale Arbeitsteilung mit Bildern (und umgekehrt). (3) Je mehr Textdesign und Text-Bild-Arbeitsteilung, desto weniger grammatische Merkmale (und umgekehrt). (4) Je kürzer der Text, desto wahrscheinlicher ist er in dieser Form konventionalisiert. Und (5): Je stärker die vier Formgesetze kleiner Texte auf einen Text wirken, desto wahrscheinlicher ist es ein kleiner oder gar sehr kleiner Text. Noch bevor der entsprechende Aufsatz zu diesem Vortrag publiziert ist, wollen wir im Seminar diese Anregung aufnehmen und dem Geheimnis der „Kleinen Textformen“ auf den Grund gehen.

Im ersten Teil des Seminars wird in die grundlegenden systematischen Beschreibungskategorien eingeführt: Text, Syntax, Lexik und Multimodalität – also u.a. den Zusammenhang von Text und Bild. In einem zweiten Teil werden gegenwartssprachliche und historische Textsorten nach ihrer kommunikativen Funktion ausgewählt (z.B. Feuerordnung, Stichpunktsammlung, Gedächtnisprotokoll, Zauberspruch, Tweet, Werbeanzeige und Gesuch, Graffiti, Postkarte, Telegramm, SMS und Instagram-Post) und hinsichtlich ihrer Spezifik untersucht.

Das Seminar findet in Verbindung mit dem fachdidaktischen Seminar ‚Kleine Textformen als Gegenstände sprachlichen Lernens‘ von Anett Polack (Do. 4. DS; ABS/2-09/U) statt, in welchem die Ergebnisse der sprachwissenschaftlichen Auseinandersetzung hinsichtlich ihres Potentials für den Deutschunterricht diskutiert werden. Um die beiden Seminare thematisch gut miteinander zu verschränken, werden zum einen die thematischen Sitzungen nach der theoretischen Grundlegung aufeinander abgestimmt. Zum anderen wird an zwei Blockterminen (je Do 3 und Do 4) eine übergreifende Perspektive (z.B. zur Öffentlichen Kritik kleiner Textformen) eingenommen. Die Studierenden werden eng in die konkrete Ausgestaltung des Seminarablaufs eingebunden. Der Besuch des fachdidaktischen Seminars ist nicht zwingend Voraussetzung für den Besuch des Kurses, aber sinnvolle Ergänzung für Lehramtsstudierende.

Für das Seminar ist anonymes Feedback jederzeit erwünscht: https://bit.ly/Feedback_ALasch. Das gesamte Lehrmaterial (OER) finden Sie im zur Veranstaltung gehörenden Blogeintrag unter https://bit.ly/GLS_Seminare.

Zur Orientierung wird empfohlen:

Ulrich Schmitz. 2015. Einführung in die Medienlinguistik. Darmstadt: WBG.

Ulrich Schmitz. 2016. Sprachwandel im Augenblick – Kleinteilige Texte auf Sehflächen. In: Sarah Kekkeboom & Sandra Waldenberger (Hg.). PerspektivWechsel oder: Die Wiederentdeckung der Philologie. Bd. 1: Sprachdaten und Grundlagenforschung in der Historischen Linguistik. Berlin: ES. 233-247.

Literatur:

Auswahlbibliographie (*.pdf)

Präsentation:

Präsentation zum Seminar (*.pdf)

Vorläufige Termine:

Termine (*.pdf)

Thematische Videos begleitend zur Lehre:

 

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