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Studierendenresümees zum digitalen Semester

Framesemantik

Merry-Anne Laurisch und Dario Hille

Kaum ein Thema war in diesem Semester so präsent wie die Covid-19-Pandemie. Vor einem Jahr hätte man bei dem Wort „Pandemie“ vielleicht am ehesten an die Pest und das Mittelalter gedacht. Heute denken wir als erstes an Sachen wie Mundschutz, Kontaktbeschränkungen und das – nennen wir es euphemistisch einmal – abwechslungsreiche Jahr 2020. Wieso es zu solchen Wandlungen kommt und wieso wir überhaupt an bestimmte Sachen denken, wenn wir manche Wörter hören, damit haben wir uns dieses Semester in Framesemantik beschäftigt. Und mit diesem Blogbeitrag möchten wir einen kleinen Einblick in den Ablauf des Seminars, welches nun unter etwas besonderen Umständen stattfand, geben.

Zu Semesterbeginn bereitete uns Studenten vor allem die Unsicherheit über den Ablauf und die Umsetzung des Semesters einiges Kopfzerbrechen. Hilfreich war dabei jedoch, dass wir durch großes Engagement seitens des Rektorats der TU Dresden stets auf dem neusten Stand waren und somit zeitnah über alle für uns relevanten Entwicklungen und Festlegungen transparent informiert wurden. Trotz einiger Hürden konnten also die meisten Lehrveranstaltungen in diesem besonderen Halbjahr unter folglich etwas anderen Bedingungen stattfinden.

Am sechsten April starteten die ersten Lehrveranstaltungen in digitalen Formaten. Auch das Seminar zur Framesemantik unter Leitung von Frau Marlene Rummel zählte zu diesen. Und obwohl die digitale Lehre in den letzten Wochen im öffentlichen Diskurs stand und der Frage nachgegangen wurde, ob diese überhaupt etwas gebracht habe, ist die Antwort aus unserer Sicht ganz klar: Sie war definitiv nicht umsonst! Das Seminar zur Framesemantik war trotz des digitalen Formats eine riesige Bereicherung für uns.

Jeden Dienstag zur zweiten Doppelstunde – also die 90 Minuten ab 9:20 Uhr – hatten wir Seminarteilnehmer die Möglichkeit, den virtuellen Seminarraum zu betreten und somit am synchronen Lehrangebot dieser Veranstaltung teilzunehmen. Unsere Dozentin Marlene Rummel nutzte für den Austausch mit den Studenten das Flippedclassroom-Konzept. Für die Seminarorganisation und kleinere Absprachen wurde der Matrix Web Messenger genutzt. Zudem gab es jede Woche zur gewöhnlichen Seminarzeit eine Videokonferenz, in der wir unsere Ideen und Gedanken austauschen konnten. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten mit unterschiedlichen Plattformen stellte sich jedoch schnell heraus, dass die BigBlueButton-Plattform am besten für die Bedürfnisse unseres Seminars geeignet war und funktionierte.

Frau Rummel bot uns aber auch die Möglichkeit einer asynchronen Lehre. Dafür produzierte sie wöchentlich Erklärvideos zu den einzelnen Themenschwerpunkten und fertigte nach den Seminaren Protokolle an, welche als Verlaufsübersicht der jeweiligen Sitzung dienten. Zusammen mit der von ihr bereitgestellten Lektüre ergab dies ein optimales Gesamtpaket für das Online-Studium und den Wissenstransfer über die Grundlagen der Framesemantik.

Obwohl die Universität ein Ort der Begegnung ist, an dem der Wissenstransfer für gewöhnlich von Angesicht zu Angesicht stattfindet, zeigte das Seminar, dass der Wissensaustausch unter den Studenten auch ohne Präsenz gut funktioniert. In Google-Dokumenten wurde der Austausch in Gruppenarbeiten ermöglicht. Natürlich geriet die Kombination aus Digitalität und Wissenschaft dabei auch gern einmal an ihre Grenzen. Die Diskussion im synchronen Lehrangebot war beispielsweise sehr durch die Spontanität und Aktivität von uns Seminarteilnehmern determiniert. Diese waren jedoch – zugegebenermaßen – nicht an allen Tagen umwerfend. Manchmal fehlte eben einfach das morgendliche Gespräch mit Freunden auf dem Weg in die Uni, um wach zu werden oder die direkte Interaktion mit Leuten, die vor einem sitzen.

„Denkt jetzt einmal nicht an einen rosa Elefanten.“ Der Leitspruch unserer Dozentin zog sich als roter Faden durch das Seminar. An diesem und vielen weiteren Beispielen wurden zunächst die Grundlagen von Frames als flexible und anpassbare Bilder unserer Kognition veranschaulicht.  Unter anderem wurden im Seminar schließlich Frames in unterschiedlichen Disziplinen näher betrachtet, ihre Beziehung zu Metaphern genauer untersucht und Frames mit Hilfe von Datenbanken analysiert.

Zur Vertiefung und Erweiterung der gewonnen Erkenntnisse im Seminar, legten die Studierenden ein umfangreiches Frame-Wiki an, welches aus aktuell 67 Einträgen besteht. Dieses ist definitiv einer der Vorteile der digitalen Nutzungsmöglichkeiten. Ein Beispiel, wie so ein Eintrag aussehen kann, ist im Folgenden zu sehen.

Wiki-Beitrag von Ida Müller.

Um das Beste aus dem Online-Seminar herauszuholen, wurde dieses vor allem mit abwechslungsreich gestalteten Aufgaben und Austauschmöglichkeiten seitens der Dozentin versehen. Für die pädagogisch so wichtige Anknüpfung an das Vorwissen aus vergangenen Seminaren bereiteten einzelne Studentengruppen Quizfragen vor, die ihre Kommilitonen dann zu Beginn des Seminars bearbeiteten. In Werkstattgruppen erhielten wir Studenten die Gelegenheit, unsere Ideen für Hausarbeiten zu präsentieren und mit allen anderen Seminarteilnehmern darüber zu diskutieren.

Natürlich wurde sich im Matrix-Chatraum aber auch der ein oder andere Scherz erlaubt:

Insgesamt herrschte eine sehr verständnisvolle Atmosphäre zwischen der Dozentin und uns Studierenden, wodurch alle Nachteile, so gut es ging, kompensiert wurden und ein gemeinsames Schaffen erreicht wurde.

Abschließend möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei unserer Dozentin, Frau Rummel, für ihr Engagement, ihr Verständnis und das für uns und die Situation angepasste Lehrangebot bedanken. Dadurch wurde das Framesemantik-Seminar zu einer absoluten Bereicherung für uns und dieses besondere Semester zu einer Herausforderung, auf welche wir als gemeistert zurückblicken können.

#DigitaleLehre: Das digitale Semester I: Lehre

Stefanie Backasch, Jessica Flecks, Veronika Sahlbach, Erik Gebel (CC BY 4.0 International) und Gregor Mitzka.

#DigitaleLehre: Das digitale Semester II: Prüfung
Stefanie Backasch, Jessica Flecks, Veronika Sahlbach, Nicole Wezel, Erik Gebel (CC BY 4.0 International) und Gregor Mitzka.

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